
Wenn man an die Azoren denkt, stellt man sich oft grüne Vulkanlandschaften, blaue Kraterseen und von Hortensien gesäumte Straßen unter der Sommersonne vor. Doch wie ist es eigentlich, die Azoren im Winter zu besuchen?
Zwischen Dezember und Februar zeigt sich der Archipel deutlich anders als während der Sommermonate – und genau das kann für manche Reisende besonders reizvoll sein.
Die Inseln sind ruhiger, die Landschaften bleiben intensiv grün und der Alltag verläuft in einem langsameren Rhythmus. Sie können in natürlich erwärmtem Thermalwasser entspannen, Vulkanlandschaften erkunden, traditionelle azoreanische Gerichte probieren und São Miguel außerhalb der touristischen Hochsaison kennenlernen.
Eine Sache sollten Sie dabei berücksichtigen: Im Winter beeinflusst das Wetter Ihre Reiseplanung stärker.
Lohnt es sich also, die Azoren im Winter zu besuchen? In diesem Guide erfahren Sie, was Sie vor Ihrer Reise wissen sollten.
Im Vergleich zu weiten Teilen des europäischen Festlands ist der Winter auf den Azoren relativ mild. Schnee auf Meereshöhe gehört nicht zu einem typischen azoreanischen Winter und Minusgrade sind in den Küstenregionen ungewöhnlich.
In Ponta Delgada auf der Insel São Miguel bleiben die Tagestemperaturen in der Regel mild. Nach den Klimanormalwerten des portugiesischen Instituts für Meer und Atmosphäre (IPMA) liegen die durchschnittlichen Höchsttemperaturen im Dezember bei etwa 17 °C und im Januar und Februar bei ungefähr 16 °C.
Die Temperatur ist allerdings nur ein Teil des Gesamtbildes.
Der Winter gehört gleichzeitig zu den niederschlagsreicheren Zeiten des Jahres. Regen, Wind, Wolken und Sonnenschein können manchmal am selben Tag auftreten. Außerdem kann sich das Wetter zwischen verschiedenen Regionen derselben Insel deutlich unterscheiden.
Deshalb ist Flexibilität bei einer Winterreise auf die Azoren besonders wichtig.
Regen tritt im Winter häufiger auf, doch das bedeutet nicht automatisch, dass es während Ihres gesamten Urlaubs ununterbrochen regnet.
Nach den Klimanormalwerten 1991–2020 des IPMA für Ponta Delgada gibt es im Dezember durchschnittlich etwa 15 Tage mit mindestens 1 mm Niederschlag. Im Januar sind es ungefähr 13 Tage und im Februar rund 11.
Für Ihre Reiseplanung bedeutet das vor allem eines: Planen Sie Ihren Winterurlaub auf den Azoren nicht ausschließlich für gutes Wetter.
Ein Aussichtspunkt kann am Morgen vollständig in Wolken liegen und wenige Stunden später freie Sicht bieten. Gleichzeitig kann das Wetter in Sete Cidades ganz anders sein als in Ponta Delgada, Furnas oder Nordeste.
Planen Sie deshalb etwas Flexibilität ein und überprüfen Sie die aktuellen Wetterbedingungen, bevor Sie zu Orten fahren, bei denen eine gute Sicht besonders wichtig ist.
Einer der größten Vorteile einer Reise außerhalb der Hauptsaison ist die ruhigere Atmosphäre.
Beliebte Orte wie Sete Cidades, Furnas und Lagoa do Fogo haben in der Regel weniger Besucher als während der Sommermonate.
Wer Landschaften gerne in einem langsameren Tempo und mit weniger Menschen erkundet, kann den Winter deshalb besonders genießen.
Ein Bad in warmem Thermalwasser passt besonders gut zu einem kühlen Wintertag auf São Miguel.
Die Insel besitzt mehrere geothermische Gebiete, in denen sich die vulkanische Aktivität durch Fumarolen, heiße Quellen und natürlich erwärmtes Wasser bemerkbar macht.
Furnas ist das bekannteste Beispiel.
Nach einem Spaziergang bei kühlem oder regnerischem Wetter ist ein Bad im warmen Thermalwasser besonders angenehm. Die Erfahrung unterscheidet sich deutlich von einem Besuch an einem heißen Sommertag.
Ein Besuch der Thermalbäder kann deshalb schnell zu einem der Höhepunkte einer Winterreise nach São Miguel werden.
Ein strahlend blauer Himmel ist nicht notwendig, um die Landschaften der Azoren zu genießen.
Nebel, der durch die Kraterlandschaften zieht, tief hängende Wolken über vulkanischen Gipfeln und die intensiv grüne Vegetation können Orten wie Sete Cidades, Furnas und Lagoa do Fogo eine besonders eindrucksvolle Atmosphäre verleihen.
Der Archipel ist vulkanischen Ursprungs. Krater, Calderen, Fumarolen, Thermalquellen und vulkanische Höhlen prägen die Geologie der Inseln.
Im Winter zeigen sich diese Landschaften häufig mit einem anderen Charakter als auf den typischen Sommeraufnahmen der Azoren.
Ein verregneter Nachmittag?
Das kann eine gute Gelegenheit sein, die azoreanische Küche kennenzulernen.
Das ruhigere Tempo im Winter eignet sich besonders gut, um einige der Gerichte und regionalen Produkte der Inseln zu probieren.
Je nachdem, welche Insel Sie besuchen, sollten Sie nach folgenden Spezialitäten Ausschau halten:
Auf São Miguel können Sie auch an einer geführten kulinarischen Tour teilnehmen. Das ist eine gute Alternative für Tage, an denen das Wetter weniger für mehrere Stunden im Freien geeignet ist.
Ja, Sie können auch im Winter auf den Azoren wandern.
Wanderwege sind eine der besten Möglichkeiten, Vulkanlandschaften, Wälder, Küstengebiete und Seen des Archipels zu erkunden.
Im Winter ist allerdings etwas mehr Vorbereitung erforderlich.
Die Wege können nasser und schlammiger sein, die Sicht kann sich schnell verändern und exponierte Routen können von starkem Wind betroffen sein. Wasserdichte Schuhe, eine gute Regenjacke und eine vorherige Kontrolle des Zustands der Wanderwege sind deshalb besonders wichtig.
Anstatt bereits Monate im Voraus festzulegen, dass eine bestimmte Wanderung unbedingt an einem bestimmten Vormittag stattfinden muss, sollten Sie Alternativen in Ihren Reiseplan einbauen.
Im Winter verändert sich der Rhythmus auf den Inseln.
Mit weniger Besuchern sind Cafés, Märkte, Restaurants und Stadtzentren häufig deutlich ruhiger.
Nehmen Sie sich Zeit für einen Spaziergang durch Ponta Delgada, Angra do Heroísmo oder Horta. Besuchen Sie einen lokalen Markt, trinken Sie einen Kaffee, probieren Sie regionale Süßspeisen oder entdecken Sie Museen, Kirchen und historische Gebäude.
Gerade diese ruhigeren Momente können eine Winterreise besonders angenehm machen.
Je nach Wetter- und Meeresbedingungen stehen auch im Winter verschiedene Outdoor-Aktivitäten zur Verfügung.
Dazu können Wandern, Radfahren, Canyoning, Geotourismus, Vogelbeobachtung sowie Wal- und Delfinbeobachtung gehören.
Entscheidend ist, die aktuellen Bedingungen zu prüfen.
Planen Sie im Winter nicht jeden Tag so, dass alles von einer einzigen Outdoor-Aktivität abhängt. Lassen Sie genügend Spielraum, um Aktivitäten bei Bedarf auf einen anderen Tag zu verschieben.
Der Winter eignet sich nicht für jeden Reisetyp.
Wenn Sie garantierten Sonnenschein, lange Strandtage und jederzeit freie Sicht von allen Aussichtspunkten erwarten, ist eine andere Jahreszeit wahrscheinlich besser geeignet.
Zu den wichtigsten Nachteilen einer Winterreise auf die Azoren gehören:
Bootstouren und andere Aktivitäten auf dem Meer hängen besonders stark von den aktuellen Bedingungen ab. Bei ungeeignetem Wetter oder starkem Seegang kann es zu Änderungen oder Absagen kommen.
Wale und Delfine können das ganze Jahr über in den Gewässern rund um die Azoren vorkommen. Welche Arten anzutreffen sind und wie die Bedingungen auf dem Meer aussehen, unterscheidet sich jedoch je nach Jahreszeit.
Eine Wal- und Delfinbeobachtung im Winter kann deshalb anders ausfallen als eine Tour im Frühling oder Sommer. Die Ausfahrten sind außerdem immer von den Wetter- und Meeresbedingungen abhängig.
Wenn Whale Watching der Hauptgrund für Ihre Reise ist, sollten Sie sich vor der Wahl Ihres Reisezeitraums genauer über das saisonale Vorkommen der verschiedenen Arten informieren.
Wenn die Walbeobachtung eine von mehreren geplanten Aktivitäten ist, lassen Sie etwas Spielraum in Ihrem Reiseplan. So kann die Tour gegebenenfalls auf einen anderen Tag verschoben werden.
Ja, allerdings ist der Winter nicht die Jahreszeit, die die meisten Reisenden für einen klassischen Badeurlaub wählen würden.
Der Atlantik wird während der Wintermonate kühler. Für viele Besucher sind die natürlich erwärmten Thermalbäder auf São Miguel daher deutlich einladender als ein längeres Bad im Meer.
Trotzdem sieht man auch während der kühleren Monate Einheimische und weniger kälteempfindliche Besucher im Atlantik schwimmen.
Das Zwiebelprinzip ist die einfachste Lösung für die wechselnden Bedingungen.
Sie müssen sich nicht auf extreme Kälte vorbereiten, sollten aber für Regen, Wind, Sonne und Temperaturschwankungen im Laufe des Tages gerüstet sein.
In den Koffer gehören unter anderem:
Und ja – packen Sie auch im Januar Ihre Badesachen ein.
Vielleicht brauchen Sie sie häufiger, als Sie zunächst erwarten.
Jede Insel bietet eine andere Erfahrung, aber São Miguel eignet sich besonders gut für eine erste Winterreise auf die Azoren.
Die größte Insel des Archipels verbindet Vulkanlandschaften, geothermische Gebiete, Seen, Städte und Dörfer, Restaurants, Museen und eine große Auswahl an organisierten Aktivitäten.
Diese Vielfalt ist besonders praktisch, wenn sich das Wetter verändert.
Wenn Wolken einen Teil der Insel bedecken, können Sie Ihre Route ändern. Kann eine Outdoor-Aktivität nicht stattfinden, bieten sich Alternativen wie Furnas, Thermalbäder, Ponta Delgada, gastronomische Erlebnisse oder kulturelle Sehenswürdigkeiten an.
Auch Terceira ist im Winter eine interessante Wahl, besonders für Reisende, die sich für Geschichte, regionale Küche und Angra do Heroísmo interessieren.
Wenn Sie São Miguel als Ausgangspunkt wählen, empfiehlt sich eine Reiseroute mit einer Mischung aus Natur, Outdoor-Aktivitäten, Gastronomie und Kultur. So haben Sie Alternativen, wenn sich die Bedingungen ändern.
Je nach Wetter können Sie:
Über @AZORES können Sie verschiedene Touren und Aktivitäten auf den Inseln entdecken und Ihre Pläne an die Bedingungen während Ihres Aufenthalts anpassen.
Im Dezember beginnt auf den Inseln die Weihnachtszeit. Ponta Delgada und andere Orte werden festlich beleuchtet und bieten saisonale Veranstaltungen. Diese Zeit eignet sich für Reisende, die Natur mit der lokalen Weihnachtsatmosphäre verbinden möchten.
Historisch gesehen gehört der Dezember allerdings auch zu den niederschlagsreicheren Monaten. Ein flexibler Reiseplan bleibt deshalb wichtig.
Der Januar liegt mitten in der ruhigeren Wintersaison. Er kann besonders interessant für Reisende sein, die Vulkanlandschaften, geothermische Erlebnisse und ein langsameres Reisetempo suchen und keinen klassischen Badeurlaub erwarten.
Auch der Februar ist ruhig und im Vergleich zum Winter in weiten Teilen Europas relativ mild.
Regen und schnelle Wetterwechsel gehören weiterhin zur Reise. Je nach Kalender können im Februar außerdem Karnevalstraditionen und Feierlichkeiten auf verschiedenen Inseln stattfinden.
Ja – wenn diese Art von Reise zu Ihnen passt.
Im Winter müssen Sie auf den Azoren mit Regen, Wolken und möglichen Änderungen Ihrer Pläne rechnen. Wer hauptsächlich garantierten Sonnenschein und Badewetter sucht, findet zu anderen Jahreszeiten wahrscheinlich passendere Bedingungen.
Wer mit wechselhaftem Wetter gut umgehen kann, findet im Winter intensiv grüne Landschaften, eindrucksvolle Vulkankulissen, warme Thermalquellen, regionale Küche und ruhigere Orte.
Ein flexibler Reiseplan macht dabei einen großen Unterschied.
Packen Sie für wechselhaftes Wetter, lassen Sie etwas Platz in Ihrem Reiseplan und entscheiden Sie einige Aktivitäten erst vor Ort anhand der aktuellen Bedingungen.
Ein guter Reiseplan für den Winter lässt Raum für Anpassungen.
Wählen Sie einige Erlebnisse aus, die Ihnen besonders wichtig sind, aber füllen Sie nicht jeden Tag mit Programmpunkten, die sich nicht verschieben lassen. Flexible Tage erleichtern es, auf Veränderungen bei Wetter und Meeresbedingungen zu reagieren.
Bei @AZORES können Sie lokale Erlebnisse auf den Inseln entdecken und vergleichen, darunter Outdoor-Aktivitäten, kulturelle Besichtigungen und gastronomische Erlebnisse.
Prüfen Sie, welche Aktivitäten während Ihres Reisezeitraums verfügbar sind, und stellen Sie einen Reiseplan zusammen, der Ihnen während Ihres Aufenthalts mehrere Möglichkeiten offenlässt.